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Kwere, kleine Volksgruppe an der Küste von Tansania, gegenüber der Insel Sansibar. Wie ihre südlichen Nachbarn, die Saramo, oder die Doe im Norden, fertigen sie ebenfalls die kleinen, mwana hiti, genannten Rumpffiguren, die einzeln oder angeschnitzt an verschiedenen rituellen Gegenständen, Musikinstrumenten u.a. vorkommen.
Gelegentlich zeigen die Köpfe dieser Figuren mehr ausgearbeitete Gesichter und die parallelen Frisurenkämme sind
dominierender dargestellt. Auch große Masken werden den Kwere zugeschrieben; sie haben angeschnitzte Hälse und zeigen zum Unterschied von den meisten anderen Masken dieses Gebietes, etwas weichere Züge. Ein hochlehniger Hocker wurde ebenfalls im Gebiet der Kwere, in der alten Hauptstadt von Tansania, Bagamoyo, gefunden; mit 139 cm ist er nach dem bekannten Hocker der Nyamwezi-Königin Buruku, der bisher zweitgrößte. Ein interessantes Objekt stellt ein weiterer hochlehniger Hocker dar: Er ist am Oberteil der Rückenlehne mit einem kleinen Kopf beschnitzt, hat auf dem ausgehöhlten Sitz aber Platz für eine, in einen Korb gestellte Kalebasse, deren Stöpsel wiederum eine mwana hiti-Figur ist. Neben einigen wenigen Figuren gibt es von den Kwere eine Reihe von Würdestäben, Fliegenwedel und andere Regalia, beschnitzt mit meist weiblichen Figuren mit großen, in zwei parallelen Schöpfen geschwungener Frisur oder mit Darstellungen welche die Initiation der Mädchen symbolisieren: Die Initiantin wird von ihrer Tante auf dem Rücken oder auf der Schulter getragen.
Quelle: Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, Karl-Ferdinand Schaedler
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