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Ngbandi, Volksgruppe mit etwa 120000 Menschen, die im Nordwesten Zaires, östlich und südlich des Oubangi-Flusses lebt, der sich hier fast rechtwinklig nach Osten wendet und die Grenze zur Zentralafrikanischen Republik bildet. Mit ihren Nachbarn, den Mbanja, Togbo, Bwaka und den Boa, Zande und Mangbetu im Osten, gehören sie zu den nördlichsten Kunstschaffenden Völkern, dieser, teilweise als »Kongo-Becken« bezeichneten Region.
Das höchste Wesen der Ngbandi ist Nzapa und dessen Bote Yangba, der mit seiner Schwester-Frau als Urahnenpaar gilt. Wie bei den Bwaka werden von diesem Paar Figuren geschnitzt, auf Altäre gestellt, täglich beopfert und verehrt. Weiterer Verehrung dient der Ahnenkult Toro, der sich in einer Hütte manifestiert, und von der jüngsten Abstammungslinie gepflegt wird. Die Hütte wird wiederum von einer hölzernen Wächterfigur beschützt und auch für ein Dorfwächter-Geistwesen - Ngbirondo - werden hölzerne Figuren geschnitzt, ebenso wie für den Yanda-Kult, den die Ngbandi von den erobernden Zande übernommen haben, und der auch in der Zentralafrikanischen Republik verbreitet ist. Die Masken der Ngbandi ähneln sehr denen der nachbarlichen Togbo und Bwaka und weisen die typische Stirn-Nasen-Tatauierung auf. Sie werden von der elitären Kriegerkaste Bendo, die auch eine soziale Kontrolle ausübt, getragen, außerdem bei den Initiationszeremonien des Kororo, einer hündischen Organisation, die sich der Hexenjagd verschrieben hat, sowie bei den allgemeinen, Gaza genannten Be- und Ausschneidungszeremonien. Daneben gibt es noch eine Reihe Kultobjekte, die vor allem beim Jagdzauber oder als Prestige-Objekte für Häuptlinge oder Mitglieder des Bendo verwendet werden, wie Becher oder Pfeifen, und schließlich meist reich beschnitzte Musikinstrumente.
Die Ngbandi verwendeten früher eine Mischform aus Holz- und Lederschild: Über einen senkrecht und waagerecht aus Latten des Wollbaumes gefertigten Kern in länglich-ovaler Form wurde eine dicke Tierhaut gezogen, die mit festen Schnüren mit dem Holzkern verbunden wurde. Möglicherweise wurden die Schilde von den nachbarlichen Mbanja hergestellt, die die gleichen Schilde verwendeten und die als ausgezeichnete Waffenschmiede und Lederarbeiter gelten .
Quelle: Lexikon Afrikanische Kunst und Kultur, Karl-Ferdinand Schaedler

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