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Eng war es im Hafenbasar schon immer. Es weiss niemand, wieviele Exponate in den Räumlichkeiten ausgestellt sind und es ist kein Besucher der Aufforderung des alten Harry nachgekommen, dass doch bitteschön selbst zählen solle, wer seine Zahl von "Einundachtzigtausendzweihundertdreiundachtzig" nicht glaube.

Es scheinen weitaus mehr Exemplare zu sein. Doch gerade diese einmalige Fülle ist Merkmal des Hafenbasars und läßt ihn in Erinnerung bleiben. 20 Räume, auf 350 qm und zwei Etagen laden zum Entdecken und Stöbern ein.

Wie Stalaktiten hängen afrikanische Masken von der Decke, während von links und rechts aus übervollen Regalen präparierte Tiere, Trommeln, Holzskulpturen und unterschiedlichste Gottheiten in ein Labyrinth aus schmalen Gängen drängen. Selbst das Tageslicht kommt in diesen üppig dekorierten Grotten nicht weit. Es gibt nichts, was es hier nicht gibt.

Der Hafenbasar ist wohl das einzige Museum der Welt, in dem man die Ausstellungsstücke in die Hand und nach Bezahlung sogar mit nach Hause nehmen darf. Der Hafenbasar ist eine Institution Hamburgs, er ist bekannt wie der Michel, die Binnenalster oder die große Freiheit.

Es herrscht seit jeher ein einmaliger Geruch nach altem Holz im Basar, der einen in die Welten ferner Länder eintauchen läßt. In dieser Umgebung wurde Karin Rosenberg groß. Als "lütte Deern" turnte sie durch den Laden, ritt mit einem Speer auf dem Leoparden und war stets dabei, wenn Harry´s Matrosen in den Laden kamen, um ihre Mitbringsel zu verhökern. Sie trank mit ihnen Tee, ging mit ihnen an Bord, um die Lieferungen abzuholen und weiss aus der Vergangenheit viele spannende Geschichten zu erzählen.

Auch heute noch, wenn auch selten, kommen Matrosen aus fernen Ländern zum Hafenbasar, um dort ihre Errungenschaften loszuwerden. Wenn man Glück hat, trifft man bei einem Besuch vielleicht auf einen alten Kapitän, den es noch einmal in die bekannte Umgebung zieht.

Der Hafenbasar schmückt nun seit fast einem halben Jahrhundert als Sehenswürdigkeit Hamburgs Stadtteil St. Pauli. Man bekommt regelrecht Fernweh, wenn man die vielen verschiedenen Kulturen in den Räumlichkeiten entdeckt. Von Afrika bis in die Karibik: Harry´s Zulieferer haben kaum eine Ecke ausgelassen. Die Geschichte des Hafenbasars bleibt bestehen, Karin Rosenberg macht weiter. Der Mietvertrag läuft über zehn Jahre, mit der Option auf zehn weitere. Harry´s Tochter lebt mit und für das Lebenswerk ihres Vaters.
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